Ausschreibungen – Was sollen die denn noch bringen?

Dieses Bild zeigt Ralph Georg Günther in einem Gespräch.
  • Kleine Unternehmen müssen sich doch gegenseitig unterstützen und nicht konkurrieren!
  • Ständig diese Ausschreibungen, wo das “Günstigste“ Angebot gewinnt!
  • Keiner schaut mehr auf die Qualität, immer nur auf den Preis, das muss ein Ende haben!
  • Wovon soll man als kleiner Unternehmer denn nur leben, wenn immer der Billigste gewinnt?
  • Es kann doch nicht sein, dass Reiche immer reicher werden und Arme immer ärmer!
  • Es müsste doch mal jemanden geben, der die Arbeit und das Geld gerecht verteilt!
  • Der Staat regelt solche Sachen, das ist doch eigentlich seine Aufgabe!
  • Aber der Staat versucht sich doch nur hinter der sogenannten “Freien Marktwirtschaft“ zu verstecken
  • … und so weiter und so fort.

Kennen Sie diese Gedanken auch? Ich selbst kenne sie zur Genüge.

Irgendwann allerdings wurde mir klar, was ich mir da wirklich wünschte. Ich wünschte mir sozialistische Verhältnisse, ich wünschte mir eine “gerechte“ Umverteilung.

Eigentlich müsste ich, als ehemaliger DDR – Bürger, wissen, wo sowas hinführt. Schließlich haben wir den Zusammenbruch des gesamten Ostblocks erlebt, dessen komplettes wirtschaftliches Gebäude auf obigen Fundamenten errichtet war.

Aber aus irgendeinem Grund scheuen wir davor zurück, Marktwirtschaft und damit Wettbewerb konsequent als die Kraft zu erkennen, die die Wirtschaft und uns Unternehmer wirklich frei macht.

Wer allerdings solche Gedanken äußert, wird selbst im Kreis von anderen kleinen und mittelständischen Unternehmern sehr schnell abgelehnt.

Es scheint fast zum guten Ton zu gehören, sozialistischen Umverteilungsideen anzuhängen, auch wenn man selbst viel zu verlieren hat.

Wettbewerb muss aber eine natürliche Komponente des Unternehmerlebens sein. Es ist wichtig, klare Position zu beziehen.

Ich möchte dazu nicht politisieren, aber jeder sollte seine Werte klar bestimmen.

Ich kenne keinen Beruf, in dem eine klare Positionierung der Werte so wichtig ist wie im Unternehmerberuf. Deshalb lohnt es sich tatsächlich, einmal bewusst darüber nachzudenken.

Der Wunsch nämlich, dass eine übergeordnete (politische) Instanz darüber wachen sollte, dass:

  1. die Aufträge gerecht verteilt werden und
  2. ein vorgegebenes Preisgefüge eingehalten wird

ist weiter nichts als eine subtile Form von selbst gewählter Faulheit und fehlender Bereitschaft, die Verantwortung für sich und sein Unternehmen zu übernehmen.

  • Starke Worte? – Ich weiß!
  • Wer genau hängt diesen Wünschen nach? – Jeder, der Ausschreibungen ablehnt!
  • Hatte ich selbst auch solche Wünsche? – Irgendwie schon!
  • Ging es mir und meinem Unternehmen damit auf Dauer gut? – Natürlich nicht!
  • Habe ich das Problem lösen können? – Selbstverständlich, sonst würde ich nicht davon erzählen!

Genauso wie es in der Entscheidung des Ausschreibenden liegt, für welchen Bieter er sich entscheidet, liegt es nämlich in der Entscheidung des Bieters, an welcher Ausschreibung er sich beteiligt und an welcher nicht.

Um sich als Bieter aber aussuchen zu können, woran ich mich beteilige, ist es sehr wichtig, möglichst viele Angebotsabfragen bzw. Ausschreibungen zu erhalten.

Ich löste das Problem, indem ich eine wirksame Akquise aufbaute, die mich regelmäßig mit aktuellen Angebotsabfragen und Ausschreibungen versorgt.

Benötigt werden dafür am Anfang wenigstens zwei -, später drei Mitarbeiter. Einer kümmert sich um die Akquise von Angebotsabfragen, der andere um die Kalkulation.

Derjenige, der sich um die Akquise kümmert, ist auch für das “Nachfassen“ der gesendeten Angebote zuständig. Das kann auch ein kleines Unternehmen ab insgesamt 8 bis 10 Mitarbeitern leisten.

Nachdem ich diese System umsetzte, ging es mit meinem Unternehmen kontinuierlich bergauf. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Nach vielleicht 1 bis 2 Jahren fiel mir auf, dass auch die andere des Tisches, nämlich die Ausschreibenden, ein echtes Problem haben. Denn sie bekommen häufig zu wenig Angebote für ihre Ausschreibungen.

Ich erkannte, dass beide Probleme irgendwie zusammenhängen und dachte über eine Lösung nach, die beide Seiten glücklich macht.

Eine klassische Win – Win Lösung sozusagen.

… und dann kam die Idee!

Eine Dating-Plattform (jeder kennt sie, keiner nutzt sie) für die Bauwirtschaft muss her!

Damit bekämen beide Seiten genau das, was sie wollen.

Ausschreibende erhalten genügend Angebote und Bieter erhalten genügend Anfragen.

Also stellte ich ein Team zusammen und wir begannen eine solche Plattform zu programmieren. Sein heißt Gemeinsambauen24 und wird Anfang kommenden Jahres online gehen.

Wer sich dafür interessiert, ist in unserer Gruppe Gemeinsambauen24 richtig aufgehoben. Diese Gruppe wurde gegründet, damit Mitglieder interagieren und gegenseitig ihre Unternehmen und Projekte vorstellen können.Sobald unsere Plattform online geht, gibt es eine gesonderte Einladung. Bis dahin werden alle Mitglieder über den Stand der Programmierarbeiten, sowie über zu erwartende Funktionen und Highlights auf dem Laufenden gehalten.

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